Soziale Projektarbeit

Keine Themen polarisieren die Nordenhamer Bevölkerung in den letzten Jahren so sehr, wie die Themen der Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung. Die zunehmende Privatisierung von öffentlicher Daseinsvorsorge, wie zum Beispiel im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV),  verschlechtert die Mobilität der Menschen in unserer Region, als wesentliche Vorraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Ich vertrete die Auffassung, dass alle Einwohnerinnen und Einwohner im Rahmen der staatlichen Daseinsvorsorge eine Mobilitätsgarantie erhalten müssen. Wir brauchen eine attraktive VBW (Verkehrsbetriebe Wesermarsch GmbH).

Auch in der 1999 gestarteten Sanierungsmaßnahme – Projekt “Soziale Stadt – Ortsteil Einswarden”,  die jetzt bis auf einige Kleinigkeiten abgeschlossen sind, haben Stadt, Bund, Land und Europäische Union rund 7 Millionen Euro investiert. Mit dem Abschluss der überwiegenden Sanierungsmaßnahmen von Wohn-, Lebens- und Verkehrsraum,  folgten scheinbar selbstverständlich einhergehende Mietsteigerungen bzw. die Abschöpfung von Wertsteigerungen.

Einswarden benötigt eine soziale Stadtteilentwicklung unter Beteiligung der dort wohnenden Einwohnerinnen und Einwohner!

Am 10. November 2008 beschloss der Kreistag des Landkreis Wesermarsch “einstimmig” den Verkauf der Wesermarsch Klinik GmbH, Albert Schweitzer Str. 43 in 26954 Nordenham, an die Rhön-Klinikum AG zum 01. Januar 2009 zu verkaufen.  Sprecher aller Fraktionen von SPD, CDU, FDP, UW und Bündnis 90 / Grüne hoben die historische Bedeutung dieses Schrittes hervor und machten deutlich, dass sie ihren demokratischen Einfluss im Bereich der medizinischen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung aufgeben und einem privatwirtschaftlichen Unternehmen übertragen.  Bereits am Mittwoch, den 12. November 2008 wurde der Kaufvertrag mit dem Krankenhauskonzern, der im bayerischen Bad Neustadt seinen Sitz hat und bundesweit 46 Kliniken betreibt, unterschrieben. Die  Rhön-Klinikum AGl zahlt einen Kaufpreis von 1 Million Euro und verpflichtet sich, bis 2012 die Summe von 20 Millionen Euro in den Standort (Albert Schweitzer Str. 43 / 26954 Nordenham) zu investieren. Die Hälfte dieses Investionsbetrages (10 Millionen Euro) muss der Landkreis Wesermarsch aufbringen – wobei es noch weitere finanzielle Zuschüsse vom Land Niedersachsen gibt. Die erhofften Landesmittel waren wesentliche Vertragsinhalte / Verkaufsinhalte mit der Rhön-Klinikum AG,  nach Aussage des Kreistagsvorsitzenden Ernst Tannen (CDU). Er bezeichnete die Privatisierung  Klinikträgerschaft als eine Zäsur in der 101-jährigen Geschichte des Nordenhamer Krankenhauses. Durch den Verkaufsbeschluss habe die „quälende Ungewissheit“, unter der die Mitarbeiter und auch die Bürger leiden mussten, ein Ende. Jetzt gelte es, den Neuanfang positiv zu begleiten.

Landrat Michael Höbrink betonte im November 2008, dass die Rhön-Klinikum AG unter den zuletzt drei Bewerbern das beste Angebot unterbreitet habe und vor allem aufgrund der Investitionsbereitschaft die erste Wahl sei. Wie berichtet, hatten sich auch die katholische Hospital-Gesellschaft Jade-Weser und das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide um das Nordenhamer Krankenhaus bemüht.

Zu Beginn des Jahres 2011…….

Fortsetzung folgt!

 

 


 


Dieses Phänomen wird in der Soziologie als „Gentrifizierung“ bezeichnet und ist auch in Rostock deutlich zu bemerken, ob in der Stadtmitte oder hier in der KTV.
Gerade in der Auseinandersetzung mit Gentrifizierungsprozessen wird von immer mehr Menschen das „Recht auf Stadt“ und Mitbestimmung eingefordert.

Aber in welchem Maße beeinflussen sich Ungleichheitsverhältnisse und Stadtplanung?
In welchem Interesse vollzieht sich die Spaltung der Stadt?
Welche Erfahrungen wurden in anderen Städten gemacht? 
Gibt es Gegenstrategien und wie können wir in Rostock davon profitieren?

Diese und andere Fragen wollen wir nach dem Vortrag des Sozialwissenschaftlers Dr. Andrej Holm gemeinsam mit ihm diskutieren.

Andrej Holm ist Ostberliner, Sozialwissenschaftler an der Humboldt-Universität, Blogger und aktiv in verschiedenen Stadtteil- und Mieterinitiativen. Seine Forschungsschwerpunkte sind seit vielen Jahren Gentrification, Wohnungspolitik im internationalen Vergleich und europäische Stadtpolitik.





Projektgruppe Bremen-Tenever

Likedeeler-online.de / Archiv interessante Links

DIE LINKE – Marzahn-Hellersdorf /Entwurf_Wahlprogramm_2011

LOBBI-Mecklenburg Vorpommern

Linksnet.de /Artikel

Kommentieren Sie diesen Beitrag